DER SCHWARZE TERRIER - heute -
Da Rottweiler, Riesenschnauzer, Airedale und Neufundländer die größten Anteile an der Entstehung der Rasse hatten, prägten sie natürlich auch das Wesen des Schwarzen Terriers. Der Rottweiler verlieh ihm seinen Mut und auch die Zuverlässigkeit, Haus und Hof sowie auch die gesamte Familie zu beschützen. Der Riesenschnauzer gab sein enormes Reaktionsvermögen, seine Intelligenz und Lernbereitschaft an unseren Schwarzen weiter. Erstbesitzer von Schwarzen Terriern sind immer wieder überrascht, wie leichtführig schon der Welpe ist, wie schnell ein Welpe bzw. ein Junghund oder auch ausgewachsener Schwarzer Terrier im Alltag oder evtl. Erziehungskursen lernt. Im Gegensatz zum Riesenschnauzer ist er aber nicht hyperaktiv sondern ruhig und gelassen in der Ausbildung. Der Neufundländer sorgte für den "Familiensinn" und die ´große Anhänglichkeit gegenüber seinen Bezugspersonen. Der Airedalterrier gab schließlich den "Schuß" Terrier-Temperament dazu und die hohe Sensibilität für alles, was um ihn herum vorgeht. Während man im Ursprungsland Rußland in erster Linie einen scharfen, wehrtriebigen Hund haben wollte, legte man einige Jahre später durch harte Selektion mehr Wert auf den gesellschaftsfähigen, familientauglichen Hund. Insbesondere die deutschen Züchter achten bei ihrer Zuchtauswahl sehr auf das Wesen der Elterntiere, ohne dass die ursprünglichen Gebrauchseigenschaften verloren gehen.
Die Prägung eines Welpen beginnt schon in der Wurfkiste. Der Schwarze Terrier braucht engen Kontakt zu seinen Menschen. Er lebt gerne mit seiner Familie auf "Tuchfühlung" und will vor allen Dingen beschäftigt und nicht "nur" bewegt werden. Er ist kein Kilometerfresser sondern liebt Spaziergänge mit Spiel und Spaß. Er liebt es, gefordert zu werden, Aufgaben zu erfüllen. Wir finden Schwarze Terrier bei den Rettungshunden, Fährtenhunden, auch die Ausdauerprüfung am Fahrrad ist möglich. Beim Agility ist er aufgrund seiner Masse sicher nicht der Schnellste, aber auch hier sehr lernfreudig und mit Eifer bei der Sache. Die Erziehung sollte bereits beim Welpen bzw Junghund einsetzen, dann ordnet er sich problemlos in sein "Rudel" Mensch ein. Ein Hund braucht klare Rangordnungsverhältnisse. Wir Menschen müssen ihm einen festen und sicheren Platz in der Familie zuweisen. Denn nur einer, der Hund oder sein Herr, kann nach den gültigen Regeln des Rudels die Rolle des Leittieres übernehmen. Räumen Sie auch den schwächeren Familienmitgliedern, z.B. den Kindern, von Beginn an eine dem Hund übergeordnete Stellung in der Gemeinschaft ein. Die Klärung von Rangordnungsfragen besteht aber nicht darin, daß Sie mit Härte oder evtl. Prügeln dem Hund klar machen, "wer der Herr im Hause ist". Im Gegenteil: Es geht darum, daß Sie erwünschte Verhaltensweisen Ihres Hundes gezielt belohnen, nicht erwünschte Dinge mit einem konsequenten "NEIN" unterbinden. evtl. mit einem "Schnauzengriff" oder Griff in den
Nacken unterstützen. Wir haben immer wieder festgestellt, daß meistens die unterschiedliche Stimmlage, ein tiefes "Nein" sowie ein überschwengliches helles Lob für die Erziehung bei unseren Schwarzen Terriern ausreicht. Mit unangebrachter, ungerechter Härte zerstören Sie das Wesen unserer doch recht sensiblen Hunde sehr schnell. Unerfahrene Hundehalter sollten grundsätzlich professionelle Hilfe bei der Erziehung in Anspruch nehmen. Es gibt heute sehr gute Hundeplätze, auf denen man gemeinsam mit anderen Hundehaltern lernen und sich austauschen kann. Auch der Züchter sollte immer Ansprechpartner bleiben. Sehr wichtig ist auch das Sozialverhalten unserer Hunde ihren Artgenossen gegenüber. Dieses ist natürlich nicht abgeschlossen, wenn der Welpe Mutter und Geschwister verlässt. Er sollte ein - zweimal in der Woche die Möglichkeit haben, mit anderen Welpen.und Junghunden zusammen zu kommen. Hier lernt er, mit anderen Hunden zu kommunizieren, mal die eigene Stärke erleben zu können, mal sich auch unterordnen zu müssen. Dies ist immens wichtig. Auch hier bieten Hundeplätze gezielte Welpentreffs an. Bezüglich seines Haarkleides bietet der Schwarze Terrier einen großen Vorteil: Er haart nicht. Dies macht aber zur Bedingung, daß er ca. 2-3 mal in der Woche gründlich gebürstet und gestriegelt wird, um die tote Unterwolle zu lösen. Weiterhin sollte er mindestens 4 mal im Jahr von einem Fachmann, in der Regel übernimmt dies der Züchter, getrimmt und geschnitten werden. Dies verhindert Juckreiz und beugt Hauterkrankungen vor. Im übrigen sieht der Hund sodann rein optisch schön und gepflegt aus. Weitere Pflege- hinweise entnehmen Sie dem Bereich:
Zur Zeit gitbt es ca. 1500 unter dem VDH registrierte Schwarze Terrier in Deutschland. Aufgrund der hervorragenden Eigenschaften wird sich unser Schwarzer sicher auch künftig wachsender Beliebtheit erfreuen. Jeder sollte sich aber vor der Anschaffung genau überlegen, ob er einem Hund mit dieser Kraft und Größe ca. 10-13 Jahre gerecht werden kann. Anfänger sind sicher mit einer Hündin besser bedient, da diese in der Regel ein weniger ausgeprägtes Dominanzverhalten zeigen.