Dieser Teil unserer Homepage ist unserem Rüden Azjat ( Czart) gewidmet, der uns im Alter von 13 Jahren im Dezember 2000 verlassen hat.
Czart mit 13 Jahren
Czart mit 3 Jahren
Ein Jahr war er alt, als wir ihm das erste Mal begegneten. Ein junger Mann aus Polen war nach Deutschland gekommen, um seine beiden Schwarzen Terrier-Rüden auszustellen. Im Gespräch mit ihm stellte sich heraus, daß er den jüngeren Rüden verkaufen wollte, da dieser ihm "zu lieb" sei. Mein Mann versuchte mich zu überreden. diesen Rüden, er wurde Czart genannt, zu unserer einzigen Hündin, die damals bei uns lebte, dazu zu nehmen. Ich war dagegen, es sollte kein Rüde ins Haus. Als ich allerdings merkte, wie ruppig und hart der Pole mit diesem Hund umging, kam Mitleid in mir auf. Was soll ich sagen, nach 24-stündiger Überlegung trafen wir uns am nächsten Tag noch einmal und nahmen Czart mit zu uns. Mein Mann hatte endlich seinen heiß erwünschten Rüden.
Den ersten Tag bei uns stimmte Czart ca. 1/2-stündlich ein wahres Wolfsgeheul an. Ich war total verwirrt, so etwas war mir unbekannt, denn ich merkte, daß er in diesen Minuten gar nicht ansprechbar war. Zum anderen war dieses Geheul so laut, daß ich darauf gefaßt war, bald die komplette Nachbarschaft vor der Tür zu haben, da wir zu diesem Zeitpunkt noch in einer Siedlung wohnten. Er hatte einfach wahnsinniges Heimweh, trotz schlechter Behandlung. Der Pole hatte uns erzählt, daß er versucht hatte, ihn durch Prügel scharf zu machen. Gab dann aber auf und verkaufte ihn. Czart war Gott sei Dank erst ein Jahr alt, so daß man ihn noch "zurechtbiegen" konnte. Wir durften in der Anfangszeit nicht die Hand heben, um uns z.B. am Kopf zu kratzen. Diese Geste reichte aus, als daß er zitternd am Boden lag. Aber ich merkte, daß er sich mir von Tag zu Tag mehr anschloß. Männer mochte er nicht so sehr. Mit ganz viel Geduld, noch mehr Liebe, viel gemeinsames Spiel, gemeinsame Spaziergänge, oft nur er und ich, spürte ich, daß er mir nach ca. 1/2 Jahr volles Vertrauen entgegenbrachte. Ja, er war MEIN Hund geworden, ich habe ihn nicht ausgesucht, er sich aber mich. Es begann eine wundervolle Zeit.
Czart wurde ein sehr selbstbewußter, starker Hund, intelligent, immer berechenbar und zuverlässig. Diese Zuverlässigkeit habe ich mehr als einmal zu spüren bekommen. Ich erinnere mich, Czart war ca. 2 1/2 Jahre. Wir fuhren mit dem Rad am Kanal entlang. Weit und breit keine Menschenseele. Czart war unangeleint, schnupperte hier und da. Plötzlich, er war einiges hinter mir, trat ein angetrunkener Mann aus dem Gebüsch, griff an den Lenker des Rades und griff mich an. Ich schrie nach Czart, der kam wie ein Blitz, sprang diesen Mann an, der fiel lang hin. Mein Hund stand knurrend über ihm, ohne aber zuzubeißen, da sich dieser Mann vor lauter Entsetzen ruhig verhielt. Ich konnte meinen Hund sofort abrufen (eine Ausbildung in dieser Richtung hatte er nie kennengelernt) und meinen Weg, wenn auch noch am ganzen Körper zitternd, weitergehen. Sein untrüglicher Instinkt hatte ihn genau richtig reagieren lassen. Ich war stolz auf ihn und fühlte mich von nun an sehr sicher, egal wo ich unterwegs war. Ein Hund, der keine Leine brauchte, zu jedem freundlich war, aber im Ernstfall so reagierte, was kann man sich mehr wünschen von seinem Hund?
Czart wurde 13 1/2 ´Jahre alt. Viele Hunde haben mich im Lauf meines Lebens begleitet, aber ich glaube, an ihn wird niemand mehr heranreichen können. Diese Beziehung zwischen ihm und mir war etwas Besonderes. Oft reichten Gesten von meiner Seite, er verstand sie. Nach einer Rückenoperation harrte er wochenlang neben meinem Bett aus, war kaum bereit, mit jemandem Gassi zu gehen, stützte mich vorsichtig, wenn ich aufstand. Er war einfach traumhaft. Um so mehr schmerzte es, als er uns im Dez. 2000 verlassen mußte. Die Knochen spielten nicht mehr mit. Bevor die Schmerzen unerträglich wurden, nahmen wir Abschied. Ich bin froh, daß wir ihn hatten.
Evelyn Rambke
Czart . 1 Jahr alt